Neue Telefonanlage!

Wer heute in der Praxis angerufen hat,  hat es sicherlich schon bemerkt. Unsere Telefonanlage meldet sich jetzt mit einem modernen Anruf-System, d.h. durch Drücken der Taste 1 werden sie mit der Anmeldung verbunden, mit der Taste 2 erreichen sie unser Rezepttelefon und die Taste 3 ist ärztlichen Kollegen oder medizinischen Einrichtungen vorbehalten.

Wir hoffen, dass wir ihnen damit den Kontakt zu uns erleichtern! Falle es anfangs noch zu etwas Anlaufschwierigkeiten kommt, bitten wir um Nachsicht!

Ihr Praxisteam!

Willkommen!

Unsere Praxis bietet Ihnen die komplette hausärztliche Versorgung vom Kleinkind bis zum alten Menschen.

Wir betreuen Sie auch zu Hause, im Heim und im Hospiz.

Ihr Praxisteam!

Praxisurlaub

Unser Praxisurlaub ist vom 10.04. – 13.04.2017

Am Wochenende sowie werktags ab 19 Uhr und an Feiertagen ist die Praxis des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes im Klinikum besetzt. Telefonischer Kontakt 116117.

Herztod-Risiko steigt nach Diäten mit Jojo-Effekt!

 

In einer US-amerikanischen Beobachtungsstudie zeigte sich ein erheblich erhöhtes Risiko für plötzlichen Herztod (3,5fach) aber auch für koronare Herzerkrankungen (1,66fach), wenn postmenopausale Frauen wiederholt starke Gewichtsschwankungen aufwiesen. Interessanterweise traf das nicht auf Frauen zu, die an Gewicht zunahmen, ohne es wieder zu verlieren und die Frauen, die nach Diät ihr niedriges Gewicht halten konnten. In der Studie wurden 158.000 Frauen für gut 11 Jahre beobachtet. (Quelle AHA Kongress, New Orleans, Nov. 2016)

Helfen Knorpelnährstoffe wie Chondroitin oder Glucosamin bei Kniearthrose?

Oft fragen Patienten, ob sie ihr Geld für Knorpelnährstoffe ausgeben sollen, um ihre Kniebeschwerden zu lindern. In der Zeitschrift für Allgemeinmedizin hat Anna Vögele vom EBM-Team nun die aktuelle Literatur gesichtet. In Frage kommen Präparate aus Chondroitin, aus Glucosamin und Kombinationen aus beidem. Für Chondroitin gibt es Studien zur Kniegelenksarthrose, aber auch zur Hüft- oder Handgelenksarthrose. Verglichen mit Plazebo kommt es zu einer leichten, aber immerhin signifikanten Linderung der Schmerzen bei einer Therapiedauer bis 6 Monaten. Für eine Dauer länger als 6 Monate lässt sich kein signifikanter Effekt mehr zeigen. Nebenwirkungen sind selten. Auch Kombinationspräparate zeigen einen leichten Effekt auf Schmerzen. Für Glucosamin sind die Daten uneinheitlicher. In den wissenschaftlich anspruchsvollen Studien zeigt sich eher kein Effekt auf Schmerzen verglichen mit Plazebo, wohl aber für Funktionseinschränkungen. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass Chondroitin allein oder in Kombination mit Glucosamin einen gewissen schmerzlindernden Effekt auf Gelenkschmerzen und Funktionseinschränkungen habe, zumindest bei einer Einnahmedauer bis 6 Monate. Und da die Nebenwirkungen gering sind, spricht also wenig gegen einen Therapieversuch. Die Autorin gibt zu bedenken, dass Glucosamin aus Muscheln und Krustentieren gewonnen wird. Daher sollten Menschen mit Allergien hierauf, auf diese Präparate verzichten. (Quelle ZFA 2016, 92: 487-9)

Rauchen ist gefährlich – auch wenn Sie nur wenig rauchen!

Eine US-Studie, in der 290.000 Teilnehmern zu ihren Rauchgewohnheiten befragt und 6 Jahre lang nachbeobachtet wurden, zeigt jetzt, dass auch das Rauchen von nur 1 Zigarette am Tag das Sterberisiko bereits am 64% verglichen mit Nichtrauchern erhöht. Bei 1-10 Zigaretten pro Tag war das Risiko um 87% höher. Es gibt demnach kein risikofreies Rauchen! (Quelle: Jama Intern Med doi: 10.1001/jamainternmed.2016.7511)

Kritische Medizin

In meinen Beiträgen auf dieser Seite und auf Twitter versuche ich, mein Augenmerk auf medizin-kritische Publikationen und Studien zu legen. Ich sehe es als Teil meiner Aufgabe als Hausarzt an, meine Patienten vor Über- und Fehlversorgung zu beschützen und orientiere mein Handeln stark an evidenz-basierter Medizin. Wer sich für Kritik an der Medizin interessiert, kann sich u.a. gut in den Jahrbüchern der kritischen Medizin informieren  (http://www.jkmg.de). Mein letzter eigener Beitrag in dieser Reihe befasste sich mit Disease Management Programmen, kurz DMP (PDF dazu).  In loser Folge werde ich hier über Missstände und kritische Neuigkeiten in der Medizin berichten, soweit es meine Zeit zulässt. Über Rückmeldung freue ich mich.

Choosing wisely!

Die US-amerikanische Initiative gegen Überversorgung kommt langsam auch in Deutschland an: Zu viele Röntgenbilder beim unkomplizierten Rückenschmerz, zu viele Herzkatheter mit Stentimplantationen, zu viele Steroide bei COPD, …, die Liste der Überversorgung ist lang. Oft entsteht dies aus Sorge von Ärzten, die Patienten nicht optimal zu versorgen, oft auch weil Patienten auf Maßnahmen bestehen. Die Dt. Gesellschaft für Innere Medizin hat kürzlich 10 wichtige Beispiele an Überversorgung zusammengestellt. Hier einige „Highlights“ auch für den hausärztlichen Bereich: „Keine Bildgebung in den ersten 6 Wochen bei akuten Kreuzschmerzen“, „keine Antibiotika bei akuter Bronchitis“, „Keine Protonenpumpeninhibitoren zum „Magenschutz“ bei Nicht-Risiko-Patienten“, „Keine Tests auf Borrelien oder Chlamydien bei Patienten mit unspezifischen Beschwerden“, „keine Antibiotika bei asymptomatischer Bakteriurie“, „keine Vorsorge-Koloskopie in kürzeren Intervallen als 10 Jahre bei Patienten ohne erhöhtes Risiko“. Wer sich hier einlesen möchte kann dies unter http://www.choosingwisely.org im Netz tun.

Nahrungsergänzungsmittel schützen nicht vor Demenz!

In einer randomisierten Kontroll-Studie über 5 Jahre haben Forscher untersucht, ob Nahrungsergänzungsmittel einen positiven Effekt auf die kognitiven Fähigkeiten älterer Menschen haben. In der AREDDS2 Studie erhielten 2991 ältere Menschen in der USA Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren, Vitaminkomplexe mit Vitamin C, E, Beta-Carotin sowie Zink. Keiner dieser Zusatzstoffe führte in Studie zu einer messbaren Verbesserung der Kognition. (Quelle http://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2429713).

Säureblocker begünstigen möglicherweise die Demenz!

Forscher vom Deutschen Zentrum für degenerative Erkrankungen in Bonn haben in einer Kohortenstudie einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von sog. Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wie Omeprazol, Pantozol etc. und der Entwicklung einer Demenz gefunden. So stieg das Risiko um 44% verglichen mit Patienten ohne diese Medikamente. Der genaue Mechanismus ist bislang unklar und prospektive Studien müssen jetzt diese Beobachtung erst erhärten. Die selbe Forschergruppe hatte schon 2015 gezeigt, dass Schlafmittel vom Valium-Typ auch vermehrt zu Demenz führen. Bevor Sie jetzt diese Medikamente aus Sorge vor Nebenwirkungen einfach absetzen, nehmen Sie bitte erst Rücksprache mit ihrem Hausarzt! (Quelle http://jamanetwork.com/journals/jamaneurology/article-abstract/2487379)

Krebszahlen steigen deutlich!

Verglichen mit 2005 haben sich die Zahlen der Krebsneuerkrankungen im Jahr 2015 um 33% erhöht. Gründe hierfür seien laut der Global Burden of Disease Cancer Collaboration vor allem das steigende durchschnittliche Lebensalter und die dadurch bedingte Zunahme altersbedingter Tumorarten. Die Lebenszeit-Krebswahrscheinlichkeit für Männer beträgt demnach 1:3, die von Frauen 1:4. Bevor sie jetzt in Panik verfallen: Viele Krebs-Diagnosen werden durch Vorsorge-Programm wie dem Mammographie-Screening bereits im Frühstadium gestellt und können oft geheilt werden. Und es werden viele Tumore in sehr frühen Stadien entdeckt, die zeitlebens nie ein Problem bereitet hätten (Jama Oncology 2016 und RKI-Krebsbericht).